NaReT: Nachbarsprache |wird| Reanimiert

Das Projekt „Nachbarsprache |wird| reanimiert. Erwerb sprachlicher und interkultureller Kompetenzen durch AI-gestützte Reanimationstrainings im deutsch-polnischen Grenzraum“ (NaReT) verbindet das Erlernen der Nachbarsprache und interkulturelle Bildung mit praxisnahen Reanimationstrainings. Unterstützt durch künstliche Intelligenz (KI), Tandemlernen und Extended Reality (XR) entsteht eine immersive Lernumgebung, in der Kommunikation, Kultur und lebensrettende Kompetenzen gemeinsam vermittelt werden.

Die Lernenden nehmen an realistischen, digital simulierten Notfallszenarien teil und kommunizieren dabei auf Deutsch oder Polnisch. Mithilfe von XR-Brillen interagieren sie mit lebensechten virtuellen Betroffenen, Augenzeugen und Angehörigen und müssen schnell und richtig reagieren. Die KI erkennt und analysiert ihre Sprache in Echtzeit und passt die Szenarien an den individuellen Lernfortschritt an.

In Notfällen zählt jede Sekunde – und jedes Wort. Dies gilt besonders in Grenzregionen, in denen wirksames Handeln sowohl medizinisches Wissen als auch eine klare Kommunikation in der Sprache des Nachbarlandes erfordert. Das Interesse am Erlernen der deutschen beziehungsweise polnischen Sprache nimmt jedoch kontinuierlich ab. Gleichzeitig leisten in Deutschland nur rund 50 % der Menschen bei einem Herzstillstand Erste Hilfe [1]. In Polen liegt die Quote bei etwa 60 % [2], während sie in Norwegen – einem europäischen Vorbild – rund 80 % beträgt [3].

NaReT begegnet diesen Herausforderungen, indem das Projekt Sprachbarrieren abbaut, die Handlungskompetenz stärkt und lebensrettende Kenntnisse interaktiv, praxisnah und kontextbezogen vermittelt. Die Kombination aus KI, Tandemtraining und XR-Technologie ist europaweit einzigartig. Die Lernenden wenden Sprache in realitätsnahen Situationen intuitiv an, erschließen Bedeutungen aus dem Kontext und lernen durch aktives Handeln.

Dieser adaptive Ansatz spricht insbesondere junge Menschen an, kommt jedoch ebenso Erwachsenen, Seniorinnen und Senioren, Freiwilligen sowie medizinischem Fachpersonal zugute. In einer grenzüberschreitenden Umfrage gaben 97,4 % der Befragten an, praxisorientierten Sprachunterricht zu bevorzugen. Der Kontext „Lebensrettung“ wurde dabei als besonders motivierend bewertet. NaReT versteht Bildung daher sowohl als soziales Bindeglied als auch als Mittel zur Verbesserung der Sicherheit.

Eine zweisprachige digitale Lernplattform sichert die Projektergebnisse nachhaltig und ermöglicht auch nach Projektende den weiteren Zugang zur XR-Anwendung, zu den Reanimationsszenarien und zu den Sprachmodulen. Darüber hinaus bildet NaReT sogenannte „Mehrwertmultiplikatoren“ aus: Schlüsselpersonen aus unterschiedlichen Zielgruppen, die das erworbene Wissen weitergeben und in ihren Gemeinschaften verankern.

Die im Projekt entwickelten Formate sollen dauerhaft in regionale Bildungseinrichtungen integriert werden – von Schulen bis hin zu Rettungs- und Hilfsdiensten. Eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung gewährleistet ihre Qualität, Wirksamkeit und Weiterentwicklung.

NaReT zeigt, wie europäische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg funktionieren kann: Unterschiedliche Kompetenzen werden gebündelt, um die gemeinsamen Ziele zu verfolgen, Leben zu retten und Menschen einander näherzubringen. Sprachliche und interkulturelle Kompetenzen werden nicht nur vermittelt, sondern praktisch angewendet. Dadurch entsteht ein konkreter Mehrwert für die Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der deutsch-polnischen Grenzregion.

Kurzüberblick:

Förderung: Kofinanziert durch das EU-Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit Interreg VI A
Projektpartner:

  1. Universitätsmedizin Greifswald (UMG)
  2. Universität Greifswald (UG)
  3. Universitätsklinikum Nr. 1 der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin (USK1 PUM)

Assoziierte Partner:

  1. Deutscher Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council (GRC) e.V.
  2. Polska Rada Resuscytacji – Polish Resuscitation Council (PRC)
  3. Gemeinde Gryfino
  4. Grundschule in Przecław
  5. Kreisvolkshochschule Uckermark Prenzlau
  6. Universität des Dritten Lebensalters in Gryfino
  7. Charité – Universitätsmedizin Berlin
  8. Pommersche Medizinische Universität Stettin (PUM)
  9. Land|Rettung M-V e.V.
  10. Städtisches Krankenhaus in Świnoujście
  11. Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH
  12. Medizinisches Zentrum Fregata Świnoujście Sp. z.o.o.
  13. Uckermärkische Rettungsdienstgesellschaft mbH
  14. Universitätsrechenzentrum Greifswald – Universität Greifswald
  15. Westpommersche Hochschule für Wirtschaft – Akademie der Angewandten Wissenschaften
  16. Woiwodschaftliche Rettungsstation Stettin
  17. Universität Stettin
  18. Woiwodschaftsverband der Freiwilligen Feuerwehren der Republik Polen
  19. Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.

Zusätzlich aktiv mitarbeitende Organisationen in alphabetischer Reihenfolge:

  1. Astrid Lindgren Grundschule in Schwedt/Oder
  2. Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwedt
  3. Erich Kästner-Grundschule in Schwedt/Oder
  4. Europaschule Deutsch-Polnisches Gymnasium Löcknitz
  5. Europäische Gesamtschule Insel Usedom
  6. Fritz-Reuter-Grundschule in Kemnitz
  7. Grundschule „Am Waldrand“ in Schwedt/Oder
  8. Grundschule Bertolt Brecht in Schwedt/Oder
  9. Grundschule Gartz (Oder)
  10. Grundschule BF Greifswald GmbH
  11. Grundschule Nr. 10, benannt nach Leonid Teliga, in Stettin
  12. Grundschule Nr. 2 in Gryfino, benannt nach dem Kapitän ż.w. Mamert Stankiewicz
  13. Grundschule Nr. 3 der Polnischen Nobelpreisträger in Gryfino
  14. Lilienthal-Gymnasium Anklam
  15. Regionale Schule Heinrich Heine Ostseebad Karlshagen
  16. Regionale Schule Löcknitz
  17. Schulkomplex, benannt nach I. Łukasiewicz, in Police
  18. Volkshochschule Schwedt/Oder
  19. Universität des Dritten Lebensalters in Stettin
  20. Zentrum für Medizinische Simulation der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin
  21. Wilhelm-Busch-Grundschule in Pinnow

Gesamtzahl: 43 mitwirkende Organisationen

Quellen:
[1] Deutscher Rat für Wiederbelebung (GRC): www.grc-org.de
[2] Polnischer Rat für Wiederbelebung (PRC): www.prc.krakow.pl
[3] Norwegischer Rat für Wiederbelebung (NRC): www.nrr.org

Der Link zur polnischen und englischen Version dieser Seite.